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                                            Presse 2008


                                            Billige Diskriminierung R+V diskriminiert Mutter

                                            18.12.2008 - Urteil im Prozeß gegen die R und V Versicherung wegen Diskriminierung: Arbeitsplatz und Schmerzensgeld für Frau Sule Eisele

                                            Am 18.12.2008 hat das Arbeitsgericht Wiesbaden über die erste bekanntgewordene große Diskriminierungsklage in erster Instanz entschieden. Frau Sule Eisele hatte die R und V Versicherung verklagt, weil sie wegen Schwangerschaft auf eine deutlich schlechtere Stelle versetzt wurde. Die R und V Versicherung bezeichnete dies als ganz normale arbeitsrechtliche Maßnahme und betonte, sie werde keinen Cent zahlen.

                                            Das sieht das Gericht anders: Die Versetzung ist unwirksam und die Versicherung muß knapp 11.000 EUR Entschädigung zahlen. Statt Ersatz des finanziellen Schadens erhält Frau Eisele die alte Stelle zu den alten Bedingungen. Nach Einschätzung des Gerichts besteht damit kein finanzieller Schaden mehr. Frau Eisele hatte einen materiellen Schaden von rund 450.000 EUR geltend gemacht, der ihr durch die Versetzung auf den schlechteren Arbeitsplatz in den nächsten Jahren entstanden wäre. Stattdessen hat sie ihre alte Stelle zurückerhalten. Damit ist der Schaden nach Ansicht des Gerichts weggefallen.

                                            Die Rechtsanwälte der Klägerin, Prof. Dr. Klaus Michael Alenfelder und Rechtsanwalt Frank Jansen, beide Mitglieder des DADV, zeigten sich zufrieden damit, daß die R und V wegen Diskriminierung verurteilt wurde. Die Höhe des Schmerzensgeldes jedoch sei unhaltbar. Es gehe um den Schutz der Menschenwürde. Verfassung und die für Deutschland zwingend geltenden EU Richtlinien verlangen ein abschreckend hohes Schmerzensgeld. 10.800 EUR seien bei einem Milliardenunternehmen kein abschreckend hoher Betrag.

                                            Die Klägerin erklärte: „Wer solche Summen für abschreckend hält, verhindert wirksamen Schutz vor Diskriminierung. Die Menschenwürde darf weiter mit Füßen getreten werden – und das zum Spartarif.“

                                            Berufung ist eingelegt.

                                            Berichte dazu:

                                            Billige Diskriminierung
                                            Süddeutsche Zeitung, 19.12.2008

                                            Was Diskriminierung kostet
                                            Süddeutsche Zeitung, 19.12.2008

                                            Billige Diskriminierung
                                            Der Tagesspiegel, 19.12.2009

                                            Diskriminiert & abgespeist - R+V-Konzern muss Rekord-Schadensersatz nicht zahlen
                                            Kreisanzeiger, 19.12.2008

                                            Kein Abschreckungseffekt
                                            Junge Welt, 02.01.2009

                                            Klägerin enttäuscht über Urteil
                                            Hessischer Rundfunk, 18.12.2008

                                            Gericht gibt Mutter Recht
                                            Rheinische Post, 19.12.2008

                                            10 800 Euro wegen Diskriminierung
                                            Urteil: Versicherung muss Klägerin altes Betreuungsgebiet zurückgeben
                                            Welt, 19.12.2008

                                            "The Price of Discrimination: Low Award in Landmark German Sexism Case"
                                            Spiegel Online, 19.12.2008

                                            Diskriminierung im Job: Gericht gibt R+V Angestellter Recht
                                            Stern, 23.01.2009

                                            10.800 Euro Strafe wegen Diskriminierung
                                            Berliner Morgenpost, 19.12.2008

                                            Spiegel Online, 07.04.2008

                                            FAZ 23.02.2008

                                            TAZ 19.02.2008

                                            Tagesspiegel 19.02.2008

                                            Focus 18.02.2008

                                            SWR 1, 18.02.2008

                                            RTL 18.02.2008

                                            Hessischer Rundfunk 18.02.2008

                                            Frankfurter Rundschau, 18.02.2008

                                            FAZ 17.02.2008

                                            Süddeutsche Zeitung 16.02.2008

                                            Deutsche Welle, 09.02.2008
                                            Kreisanzeiger 06.02.2008

                                            bocquel-news.de 31.01.2008
                                            Südwest Presse 30.01.2008

                                            Frankfurter Rundschau 25.01.2008

                                            Süddeutsche Zeitung, 25.01.2008: "Stille Kündigung" soll Arbeitgeber 500.000 Euro kosten - Erstmals droht einem Unternehmen in Deutschland eine hohe Strafe, weil eine Mitarbeiterin gegen Diskriminierung klagt. Das Verfahren wird von Herrn Prof. Dr. Alenfelder und Herrn Rechtsanwalt Frank Jansen, Mitglieder des DADV betreut.

                                            Süddeutsche Zeitung 25.01.2008