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 3. DEUTSCHER ANTIDISKRIMINIERUNGSTAG
Vladimir Špidla
Prof. Dr. Alenfelder
Hartmut Frenzel
Frank Jansen
Dr. Stefan Prystawik
Silvia Schmidt
Opferberichte
Elke Stockhausen
 VERANSTALTUNGEN
4. Deutscher Antidiskriminierungstag
3. Deutscher Antidiskriminierungstag
2. Deutscher Antidiskriminierungstag
1. Deutscher Antidiskriminierungstag
Antidiskriminierungsforum
STOP DISCRIMINATION '06 – Probleme und Lösungen

PROF. DR. ALENFELDER
 

Der Rechtsexperte des DADV, Prof. Dr. Alenfelder, erläuterte in seiner Rede, daß der Schutz vor Diskriminierung dringend erforderlich ist, denn Diskriminierung ist in Deutschland Alltag, z.B. für Frauen, Ältere und Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund. Deshalb war das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz überfällig, denn endlich können sich die Diskriminierten wirksam wehren. Damit wird endlich die Menschenwürde wirksamer geschützt.




 

Prof. Dr. Alenfelder 




 

Außerdem ist Diskriminierung wirtschaftlich ineffizient: Wer diskriminiert entscheidet unsachlich. Mitarbeiter werden unabhängig von ihrer Leistung bezhlt und befördert. Und das führt zu Ineffizienz. Außerdem kosten Diskriminierung und Mobbing die Arbeitgeber in Deutschland pro Jahr bis zu 100 Mrd. €.

Wörtlich erklärte Prof. Alenfelder aus: „Aber selbst wenn man unterstellt, Diskriminierung würde die Unternehmensgewinne steigern – wäre das ein Grund Diskriminierung zu akzeptieren? Oder genauer gefragt: was ist uns die Menschenwürde wert? Und wenn Wirtschaft vor Menschenwürde geht, was opfern wir als nächstes? Wären nicht Kinderarbeit und Sklaverei noch wirtschaftlicher?

Eins muß endlich erkannt werden:
Wer diskriminiert, wer mobbt, wer entwürdigt, tritt die Menschenwürde mit Füßen.

Denn was ist Diskriminierung?

Für mich ist Diskriminierung nicht einfach ein Wort, für mich ist Diskriminierung der 45 jährige Familienvater, den seine Vorgesetzten in Herzinfarkt und Arbeitsunfähigkeit getrieben haben. Dessen Familie jetzt von einer schmalen Rente leben muß. Und das nur, weil er aus der Türkei stammt!

Für mich ist Diskriminierung der 51jährige Informatiker, der jetzt statt zu programmieren Müll sammelt – weil er zu alt ist!

Für mich ist Diskriminierung brutale Entwürdigung des Menschen nur weil er anders ist“.

Weiter führte er aus:

„Ich hoffe - eines Tages werden die die heute noch von den Kosten der Diskriminierungsfreiheit reden, und den Schutz der Täter meinen, für die Menschenwürde kämpfen!

Ich hoffe - eines Tages werden die die von Vertragsfreiheit reden und Schutz der Täter meinen, für die Menschenwürde kämpfen!

Ich hoffe - eines Tages werden die, die heute noch vom Schutz der Wirtschaft reden, und den Schutz der Täter meinen, für die Menschenwürde kämpfen!



Ich will, daß der türkische Bewerber nicht nach seiner Abstammung, sondern nach seinen Fähigkeiten beurteilt wird.

Ich will, daß der 50 jährige Arbeitnehmer nicht nach seinem Alter sondern nach seinen Fähigkeiten beurteilt wird.

Ich will, daß meine beiden Töchter nicht nach ihrem Geschlecht sondern nach ihren Fähigkeiten beurteilt werden.

Ich will, daß jeder Mensch, nicht nach Vorurteilen, sondern nach seinen Fähigkeiten beurteilt wird.

Für mich – meine Damen und Herren – kommt Recht von Gerechtigkeit. Denn durch das Gesetz gelangen wir zur Gerechtigkeit.

Für mich ist das Gesetz nicht das Schwert der Starken, sondern der Schild der Schwachen.

Und daran kann jeder von uns arbeiten, jeder an seinem Platz:

Sie als Opfer: kämpfen Sie für Ihre Würde – helfen Sie der Gerechtigkeit zum Sieg.

Sie als Jurist: Wenden Sie die Gesetz richtig an – helfen Sie der Gerechtigkeit zum Sieg

Sie als Journalist: Berichten Sie wahrhaftig – helfen Sie der Gerechtigkeit zum Sieg

Sie in den Verbänden: Lassen Sie nicht in ihrem Kampf – helfen Sie der Gerechtigkeit zum Sieg

Und gemeinsam werden wir es einlösen, das 6 Jahrzehnte alte Versprechen:

Die Würde des Menschen ist unantastbar!“